Hier also eine grundsätzliche Ausrüstung für jede*n. Ich gebe zu, dass ich etwas aus der Sicht einer Windowsuserin geschrieben habe, auch wenn ich mich bemüht hab möglichst Programme auszuwählen, die alle Systeme unterstützen. Wer da mal was spezielles für Linux und Mac machen möchte, kann sich gern melden.
Alle Links, sofern es sich nicht um OpenSource handelt führen auf die Seiten eines vertrauenswürdigen PC-Magazins, von der aus geladen werden kann. Es geht mir dabei in keinster Weise um Werbung. Leider grassieren im Netz inzwischen viele betrügerische Angebote und daher ist es wichtig von einer ‚ordentlichen‘ Quelle zu laden.
Safety First
Wer seinen PC nicht zur Virenschleuder und damit unbrauchbar machen möchte, sollte zu aller erst für entsprechenden Schutz sorgen. Ein Anti-Virus-Programm ist Pflicht. Unter den frei erhältlichen möge sich jede*r einen den Spitzenreiter aussuchen. AVG, AntiVir, Sophos und Avast teilen die ersten Plätze in allen Magazinen alle paar Wochen neu, aber unter sich auf. Interessant wird die Auswahl der Anti-Viren-Software aber unter Umständen, wenn noch eine Firewall zum Einsatz kommt.
Zum Thema Firewalls mag ich eigentlich nichts verbindliches sagen. Wer es mal googelt wird feststellen, dass es sich bei dieser Frage eher um eine Art Glaubenskrieg handelt. Außerdem haben die meisten Internet-Router heute selbst eine Firewall, dazu vielleicht noch die vom jeweiligen Betriebssystem mitgelieferte anschalten sollte reichen. Wer es genauer wissen mag findet hier Informationen. Wenn es denn sein muss: Ich habe immer die Freevariante von ZoneAlarm genutzt: spricht doitsch und ist auch für Unerfahrene leicht zu bedienen.
Internet und Mailen
Um im Netz zu surfen braucht man einen Browser. Bei der Wahl des Browsers kommt es aber vor allem auf seine Sicherheit an. Wer den InternetExplorer nutzt (auch wenn sich Microsoft in den letzten Jahren noch so sehr bemüht hat) ist selbst schuld. Meine Position zu Chrome: Google ist gruselig!
Der Firefox von Mozilla ist nicht nur in puncto Sicherheit weit vorne, sondern auch sehr gut anpassbar. Das OpenSource-Projekt Mozilla hat auch den passenden Mailclient im Angebot, den Thunderbird. Ein Mailclient macht eigentlich für jede*n Sinn: mehrere Mailadressen könnten zusammen verwaltet werden, Filter- und Suchmöglichkeiten helfen beim finden der Adresse von verflossenen Referatspartner*innen oder wichtige Mails von einem Prof landen in einem Extraordner.
Office & PDF
Das Projekt OpenOffice hat sich letztes Jahr gespalten. Da es sich um aber um OpenSource handelt, würde ich sagen: Auch gut, dann arbeiten vielleicht insgesamt mehr Leute an beiden Programmen mit ;O). Die eine Linie heißt nun LibreOffice, die andere weiterhin OpenOffice. Bis jetzt nutze ich noch Letzteres, habe aber bei einem Freund auch schon LibreOffice installiert und erstmal keine großen Unterschiede festgestellt. Beide Officesuiten bieten die üblichen Komponenten:
Writer (Textverarbeitung),
Calc (Tabellenkalkulation),
Impress (Präsentationen),
Draw (Zeichnen),
Math (Datenbanken).
Alle Komponenten können können bei der Installation an- oder abgewählt werden. Für den normalen User reichen die ersten drei. Auch hier gibt es nützliche Addons bzw. Extensions, dazu aber an anderer Stelle mehr.
Wer einen älteren Rechner hat, kann sich alternativ auch AbiWord anschauen, das ist ein bisschen ressourcenschonender, bietet aber ‚nur‘ Textverarbeitung.
PDFs sind inzwischen das Standardformat für Anhänge oder Veröffentlichungen im Netz und das aus gutem Grund: Würde man z.B. eine in MSOffice schön formatierte Arbeit ins Netz stellen, geht das schöne Layout bei allen die eine andere Software (oder auch nur eine andere Versionsnummer) verwenden, flöten. PDFs hingegen sehen für alle gleich aus, denn es handelt sich um eine Art digitalen Ausdruck, der wie ein echter Ausdruck eben für jeden gleich aussieht. Beide OpenOffice-Varianten machen auf Knopfdruck ein pdf aus dem aktuellen Dokument. Damit dies nicht nur aus Office heraus möglich ist, legt man sich am besten einen PDF-Drucker zu, ein Programm das dem PC vorgaukelt ein Drucker zu sein und dabei ein pdf erzeugt. OpenSource gibt es da meines Wissens nichts mit GUI, also einer Programmoberfläche, die jeder benutzen kann (Was denn los, Leute?). Umsonst sind beispielsweise der PDFCreator, FreePDF, PDF24 Creator oder der 7-PDF Printer.
Zum Öffnen braucht man aber einen Reader und der von Adobe ist die denkbar schlechteste Wahl: Er ist lahm (weil er viel Ressourcen verbraucht) und kann *trommelwirbel* nix! Wer tatsächlich einen reinen PDF-Betrachter sucht, sollte lieber den schnellen SumatraReader nehmen. Er läuft aber leider nur auf Windows (was bei einer OpenSourceWare mal ne echte Seltenheit ist). Es macht aber Sinn sich für einen Reader zu entscheiden, der auch Anmerkungen speichern kann. Das bedeutet z.B.: Den eingescannten Seminartext kann man auch am Bildschirm lesen, interessante Stellen unterstreichen und eigene Notizen anlegen.
Die leider einzige OpenSource-Software, die das zu bieten hat ist Okular. PDF-Edit ist noch in der Betaphase, also lieber noch ein bisschen warten. Linuxuser können sich aber jetzt schon trauen. Ich nutze die FreeVariante des XchangeViewers und bin vollends zufrieden.
Musik, Video, Brennen und Chatten
Es geht ja nicht nur um’s arbeiten am PC. Videos schaut man am besten mit VLC. Der OpenSourcePlayer bekommt nahezu jedes Format geöffnet. Theoretisch kann man damit auch Musik hören, die Oberfläche ist dafür aber irgendwie nicht so schön.
Bei den Musikplayern gibt es im OpenSource-Bereich eine prächtige Auswahl: Songbird, Amarok, Clementine oder atunes um nur einige zu nennen. Ich oute mich jetzt mal persönlich und gebe freimütig zu, dass mir das alles zuviel Gedöns ist. Wenn ich mal Musik am PC höre, möchte ich einfach eine Datei öffnen und nicht meine Musiksammlung in der ‚Biblibothek‘ neu anordnen und taggen… Peinlicherweise habe ich deswegen immer noch WinAmpLite, schön mit der oldschool Skin (Jaja… ich weiß), ich werde mir demnäxt aber mal aimp anschauen.
Zum Brennen bietet sich der InfraRecorder an. Er kommt mit den wichtigsten Brennaufgaben (Audio, Video, Daten und ISO-Files) zurecht.
Wer gern chattet sollte auf keinen Fall die Client-Software der Anbieter nutzen. Sie ist nicht nur mit nerviger Werbung vollgestopft, sondern in vielen Fällen auch unsicher. Besser ist da ein unabhängiger Multimessenger, der zudem auch verschiedene Accounts gleichzeitig verwaltet. Das heißt es müssen nicht mehrere Chatclients parallel betrieben werden. Spitzenreiter sind hier Miranda oder auch die Variante MirandaFusion und Pidgin. Achtet bei der Wahl darauf wer welche, Dienste unterstützt.
Notwendiges
Es gibt ein paar Programme, die Normaluser nicht benutzen und in der Regel gar nicht bemerken, dass sie auf ihrem Rechner laufen. Sie sind aber notwendig, damit andere Programme funktionieren.
Dazu gehören:
Java (sofern es nicht mit OpenOffice schon mitinstalliert wurde)
Flashplayer – Achtung, den Haken wegmachen! (leider funktionieren Internetvideos sonst nicht, trotz VLC-Plugin)
DIVX (Webplayer und Codecs reichen – sonst laufen Internetvideos auch nicht)1
.NET Framework (nur für Windowsuser)
- Wer dazu mal eine andere Lösung hat, tue es bitte unbedingt kund. [zurück]






1 Antwort auf „Softwaregrundausstattung (für alle und zwar umsonst…)“